9. Dez, 2016

2017 beginnt HEUTE - Beherrsche den Prozess

Wie oft nimmst du dir zum Jahresanfang vor, jetzt endlich anzufangen. Mit Beginn des neuen Jahres endlich den Unterschied zu machen und richtig durchzustarten? Es ist wieder ein Jahr vergangen, ein ganzes Jahr deines Lebens und es hat sich nicht viel verändert, oder? Wieviel Jahre ist es her, als du das letzte Mal massiv in deinem Leben nach vorne geschritten bist?

„Ich werde endlich ein paar Kilo abnehmen.“ „Ich werde meinen gehassten Job endlich an den Nagel hängen und meiner Berufung  nachgehen.“ „Ich werde endlich ein Buch schreiben.“ „Ich werde endlich diesem Menschen meine Liebe gestehen.“ „Ich werde endlich mit dem Rauchen aufhören und mehr für meine Gesundheit tun.“ „Ich werde endlich meine Finanzen in den Griff bekommen.“

Wir verwenden das Wort „endlich“ so oft und vergessen dabei, dass auch wir endlich sind, dass unser Leben endlich ist, dass wir nur eine begrenzte Zeit haben und dass unser Countdown läuft. Jede Minute, jede Stunde, jeder Tag den wir vergeuden ist für immer Vergangenheit. Niemand kann dir eine vergangene Minute deines Lebens zurückbringen. Was bleibt, ist eine Erinnerung.

Zur Erinnerung für dich. JEDE MINUTE, JEDE STUNDE, JEDER TAG ZÄHLT.

Der Neujahrstag gilt für viele Menschen als symbolischer Neuanfang. Etwas Altes ist abgeschlossen und etwas Neues kann beginnen. Aber so einfach ist es dann doch nicht, wie jeder vielleicht schon selbst erfahren konnte. Wir nehmen nämlich unsere alten Gewohnheiten mit ins neue Jahr. Es gibt auch Menschen, die keine Neujahrsvorsätze mehr haben. Die Enttäuschung, den eigenen Wünschen nicht gerecht werden zu können, ist ernüchternd und manchmal schmerzlich. Doch warum funktionieren Wünsche und Vorsätze nicht oder nur sehr selten?

Ca. 90 % unserer täglichen Handlungen werden von Gewohnheiten bestimmt. Wir haben Denkgewohnheiten, Gefühlsgewohnheiten und Verhaltensgewohnheiten.

Unser Gehirn ist auf Energiesparen ausgelegt und es belohnt routinemäßige Handlungen mit einer Biochemie der Zufriedenheit. Das bedeutet, dass unser limbisches System (Teil unseres Gehirns) körpereigene Opioide ausschüttet die wir als kleines Glück empfinden, wenn wir in Routinen handeln. Das ist auch der Grund warum wir es so schwer haben gute Vorsätze am Anfang des Jahres  durchzuhalten und in gewohnte Muster zurückfallen.

Wenn wir nicht unter Anstrengung für einen Zeitraum von 30 - 40 Tagen unser Gehirn bewusst steuern, und uns neue Gewohnheiten antrainieren, können wir nicht gegen die kraftvollen biochemischen Prozesse ankommen die unsere Denk-, Gefühls,- und Verhaltensgewohnheiten erzeugen. Wenn dir das jetzt lange vorkommt, dann möchte ich dich daran erinnern, dass deine Gewohnheiten und Routinen dein gesamtes Leben steuern und bestimmen. Der Psychologe William James sagte schon vor über hundert Jahren, dass unsere Gewohnheiten unser Schicksal sind. Und mal ganz ehrlich, was sind 30 - 40 Tage Training neuer Routinen im Vergleich zum Rest deines Lebens. Wenn du das erst einmal begriffen und verstanden hast, dann kannst du fast alles erreichen in deinem Leben. Mehr noch, du bist nicht mehr Sklave deines Alltags, sondern gewinnst deine Selbstbestimmung wieder in dem du den Prozess begreifst, der dein Leben verändern kann.

„Menschen entscheiden nicht über ihre Zukunft, sie entscheiden über ihre Gewohnheiten, und ihre Gewohnheiten entscheiden über ihre Zukunft.“

                                                                                                   John C. Maxwell

Jeder Tag bietet dir die Möglichkeit nochmal neu zu starten. Gib niemals auf, wenn es darum geht in deinem Leben etwas Besseres für dich zu erschaffen, bessere Lebensumstände, eine neue Ebene an Lebensqualität, mehr Energie oder die Entfaltung deines Potenzials. Es ist das nobelste und edelste Ziel das man als Mensch haben kann. Es entspricht dem Leben selbst, denn alles entwickelt sich weiter. Wenn ein Samen eines Baumes auf guten Boden fällt, fängt er an sich zu entfalten, zu gedeihen, zu wachsen bis er selbst Früchte und Samen trägt. Aus dem Potenzial eines Samens entsteht letztendlich ein Wald der vielen Lebewesen Leben schenkt. Auf diese Weise wird das Leben in all seinen Facetten weitergegeben. Wenn du dich weiterentwickelst, dein Potenzial entfaltest, bringst du damit etwas ins Rollen, das sich auf viele andere Menschen, Situationen und Ereignisse auswirken wird.

Wir können unser Leben komplett umkrempeln, wenn wir uns neue Gewohnheiten schaffen. Es sind nicht einmalige Entscheidungen die unser Leben verändern, sondern permanente kleine Entscheidungen die wir über den Tag verteilt treffen. Das bedeutet erst einmal eine große Anstrengung für unser Gehirn bis die Dinge zu einer unbewussten Kompetenz werden, zu einer Gewohnheit, aber es lohnt sich allemal.   

Beginne noch heute

Wenn du im neuen Jahr wirklich etwas ändern willst beginne noch heute. Mache dir eine Liste von wichtigen täglichen Routinen die dich massiv nach vorn bringen werden, wenn du sie täglich tust und dann trainiere sie. Das neue Jahr beginnt für dich ab sofort. Es ist wichtig Anlauf zu nehmen, Momentum und Drive zu entwickeln. Während alle anderen am ersten Januar versuchen mühselig in die Gänge zu kommen, bist du schon in voller Fahrt und unaufhaltsam wie eine Lock. Du wirst Freude dabei haben die Dinge umzusetzen die du dir vorgenommen hast und du wirst in eine Aufwärtsspirale, in einen Flow kommen. Es gibt keinen wichtigeren Zeitpunkt als das Jetzt. Wenn es dein Ziel ist abzunehmen, fitter zu werden, gesünder zu leben usw. dann fang jetzt damit an. Die Macht der Veränderung liegt immer im gegenwärtigen Moment. Lass die Challenge jetzt beginnen. Mach sofort 20 Kniebeuge oder sonst was und lass es den symbolischen Startschuss in dein neues Leben sein. Oft zermartern wir uns die Dinge im Kopf. Echte Taten stehen weit vor den Gründen etwas nicht zu tun. Wenn man sich zu viel Zeit zum Denken gibt, wird man nicht anfangen. Du willst morgens laufen gehen? Denk nicht lange darüber nach. Spring in deine Sportklamotten und lauf los. Wenn du es nicht auf diese Weise tust, wird dir das Wetter in die Quere kommen, deine Lieblingssportklamotten sind in der Waschmaschine, abends kannst du eigentlich besser laufen und hast mehr Zeit dafür, und was es sonst noch alles für Gründe gibt. Verstehst du, was ich meine? Du wirst immer Gründe finden etwas Unbequemes nicht zu tun. Doch das Gefühl etwas durchgezogen zu haben überwiegt alles. Es stärkt auf lange Sicht deinen Charakter und deine Selbstachtung und lässt dich auf die nächste Ebene wechseln.

Wenn du große Ziele für dein Leben hast dann musst du diese auf Jahresziele runterbrechen und Jahresziel auf Wochen und Tagesziele. Und Tagesziele erreichst du, indem du die unbequemen Dinge tust, die du normalerweise nicht tun willst. Mach sie solange und mit so einer Konsequenz, das sie dir zur Gewohnheit werden und dann beginnst du unbewusst, dich in Richtung deiner Ziele zu bewegen. Ich wünsche dir viel Erfolg. Beherrsche den Prozess!

                                                                                                                                  André Gorzelany