1. Sep, 2016

Only for men – Hommage an die Männlichkeit

Wie die Überschrift schon deutlich macht, ist dieser Beitrag, ganz speziell den Herren der Schöpfung gewidmet. Ich bin mir sicher, dass dieses Thema eines der Wichtigsten für den Mann am Anfang des 21. Jahrhunderts ist.

Welchen Stellenwert hat die Männlichkeit heute? Welche Rolle verkörpert der Mann der modernen Zeit?

Verehrte Herren, ich will euch drei von vielen weiteren Überschriften präsentieren, die ich in einigen großen Online Zeitungen gefunden habe.

  • Der Mann ist nur noch ein Schatten seiner selbst.“ Spiegel Online 08/2015

  • Der entmannte Mann und was davon noch übrig ist.“ Zeit Online 04/2011

  • Der Mann von heute – Macho ist out, Softie nicht in.“ Die Welt Online 03/2009

Das sind die harten Fakten, und auch wenn wir uns bei solchen Worten mächtig auf den Schlips getreten fühlen, müssen wir uns eingestehen, dass in den letzten Jahrzehnten der Fokus mehr auf die Emanzipation der Frau gerichtet war. Unsere weiblichen Erdenmitbürger konnten ihre Rolle in der modernen Zeit neu definieren und stärken. Man sieht immer mehr Frauen in Führungspositionen, ob in der Politik oder in der Wirtschaft. Auch im privaten sind Frauen längst gleichberechtigte Mitverdiener und nicht selten übernimmt der Mann das Babyjahr, damit seine Geliebte ihrer Karriere oder ihrem Job nachgehen kann. Das Rollenbild der Frau hat eine enormen Wandel und eine echte Transformation durchlebt.

Und bei all dem Lärm um die neue Weiblichkeit, hat sich der Mann in eine stille Ecke verkrochen, um passiv dem Schauspiel des Lebens zuzuschauen. Er hat auf der großen Bühne Platz gemacht für die Entwicklung der femininen Kraft.

In einer Zeit, in der Veränderung die einzige Konstante zu sein scheint, steht der Mann mit seiner verlorenen Selbstachtung, orientierungslos auf diesem Feld der Veränderung und schaut sich hilflos um, wo er denn nun seine eigene Beständigkeit findet. Das Bild des Mannes wird heutzutage von den Medien und großen Firmen der Kosmetik- und Modeindustrie gezeichnet. Viele Männer definieren sich durch Äußerlichkeiten und Statussymbole wie Autos, Geld, Frauen und sogar Klamotten. Doch all das hat nicht die Beständigkeit die er sucht, und wenn all diese Dinge verschwinden bleibt meistens nicht mehr übrig, als eine leere Hülle oder ein Häufchen Elend.

Wenn schon ein neues Rollenbild des Mannes erforderlich ist, sollten wir dann nicht an dessen Gestaltung proaktiv mitarbeiten können?

Diese Frage passt mir persönlich eigentlich gar nicht in den Kragen, weil sie auf einer anderen Ebene ausdrückt, dass wir uns verändern und anpassen sollen. Warum Anpassen wenn man Gestalter und Schöpfer der Umstände sein kann? Aber in diesem Beitrag geht es um weit mehr, als um Anpassung an die neue Zeit. Es geht um die Essenz und den Kern der Männlichkeit, das, was die Natur uns mitgegeben hat, eben um das, was uns von der Frau unterscheidet und nicht gleich macht.

Doch heute leben wir in einer Zockergeneration in der das Vorbild des Vaters fehlt. In Videospielen wird Krieg gespielt, von „Männern“ die Befriedigung im Sieg auf dem Bildschirm finden. Aber auch durch alleinerziehende Mütter oder auswärts arbeitende Väter fehlt den Jungen das Vorbild des Vaters, um seine männliche Essenz zu aktivieren, um sich zu reiben und zu messen und somit stärker die Qualitäten der Männlichkeit herauszuarbeiten. Dadurch kommen viele nicht in den Genuss, Ihr Geburtsrecht, ein Mann zu sein, in Anspruch zu nehmen.

Die Natur hat immer Recht

Was bedeutet, „das Geburtsrecht ein Mann zu sein“? Es ist uns biologisch in die Wiege gelegt worden, dass wir uns nicht nur äußerlich von Frauen unterscheiden, sondern auch biochemisch. Obwohl Testosteron in winzigen Mengen auch in den Eierstöcken der Frau produziert wird, ist es doch das Hormon des Mannes. Es verleiht dem Mann nicht nur Power in seinen Lenden und stärkeres Muskelwachstum, sondern sorgt auch für das, was die Spanier „Cojones“ (Kochonnes ausgesprochen) nennen, was so viel bedeutet wie „Eier haben“. Ihr wisst was damit gemeint ist.

Die Männlichkeit ist eine Urkraft der Natur.“

Testosteron ist also auch psychoaktiv und verleiht Mut, Durchsetzungskraft, Stärke und Dominanz. All das sind die Eigenschaften eines Helden oder Kriegers, also Jemand, der sich den Herausforderungen des Lebens stellt, der seine Ängste besiegt und der sich nicht verbiegen lässt. Die Natur hat es für den Mann vorgesehen auf seine eigene, einzigartige Art und Weise am großen Plan des Lebens mitzuwirken. Und die Natur hat immer Recht. Es gibt nichts Nutzloses und Unvollkommenes in ihr. Jedes Attribut, jede Eigenschaft, jedes Ding dient in ihrem Erschaffungsprozess einem bestimmten Zweck.

Vor Jahrhunderten gingen viele Männer den Weg des Kriegers. Sie zogen oft in die Schlacht und sahen dem Tod sehr oft in die Augen. Der Weg des Kriegers bedeutete Mut, Selbstdisziplin und das Bezwingen innerer Dämonen wie die Angst vor dem Tod, Neid, Gier, Selbstverleugnung, Unehrlichkeit usw.

Heute haben sich die äußeren Schlachtfelder verändert Das Leiten von Unternehmen, der eigenen Berufung folgen, Versorgung der Familie, den Weg einer Lebensmission beschreiten, Gesundheit uvm. Doch in jedem Mann schlägt das Herz eines Kriegers und die inneren Schlachtfelder sind die gleichen geblieben. Wir werden von den gleichen Dämonen gepeinigt, gedemütigt und um unsere Selbstachtung gebracht. Ja, sie sind mächtiger geworden durch Reizüberflutung und einem unendlichen Angebot von Verlockungen der modernen Gesellschaft.

Heute hört man oft Sprüche wie, „ein richtiger Mann braucht einen richtigen Bauch“ oder man verwechselt Männlichkeit mit sinnlosem Besaufen und einem ungesunden Lebensstil. All das drückt nur das Fehlen männlicher Attribute, wie Selbstdisziplin und Selbstachtung aus. Hast du schon Mal die Skulptur eines griechischen Gottes mit einem Bierbauch gesehen? In vielen Mythen ist der Körper der Tempel der Götter. Durch ihn verschaffen sie sich Ausdruck und er ist ein Spiegelbild der inneren Haltung. Kein Krieger oder Held vergangener Zeiten, konnte es sich erlauben, nachlässig mit seinem Körper zu sein. Wie willst du den heutigen Herausforderungen gewachsen sein, wenn du deinen Körper vernachlässigst?

Die japanischen Krieger, die Samurai, achteten stets auf ihr Aussehen. Nicht aus Eitelkeit oder falscher Selbstbeweihräucherung, sondern aus Achtung vor dem Gegner und aus Achtung vor dem Leben. Sie mussten in jedem Kampf darauf vorbereitet sein, zu sterben. Sie pflegten sich aus einem tieferen Gefühl der Selbstachtung heraus und um in jedem Augenblick ihres Lebens vorbereitet zu sein, egal wem sie gegenübertraten. Sie waren ständig darauf bedacht, ihre charakterlichen und körperlichen Fähigkeiten zu vervollkommnen. Was ich dir damit sagen will ist, dass es immer darauf ankommt, aus welchem Motiv heraus man(n) handelt und mit welcher Intention man an die Startlinie geht.

Was wir heute brauchen, ist kein neues Rollenbild, sondern die Rückverbindung zur männlichen Essenz, zum Kern dessen, was einen Mann wirklich ausmacht - Attribute wie Disziplin, Mut, Selbstreflexion, Entschlossenheit, innere und äußere Stärke, Selbstachtung und Selbstvertrauen. Sind diese Eigenschaften gegeben, stellen sich Erfolg, Wohlstand, Glück, Liebe und Gesundheit meistens von alleine ein, denn jede wirkliche Entwicklung folgt immer nur einer Richtung, und die ist, von innen nach außen. Diese Eigenschaften entwickeln sich nicht zu Hause vor der Konsole oder vor dem Fernseher, sondern auf dem Spielfeld des Lebens. Sie gebären aus den Problemen die du bewältigst, den Herausforderungen die du annimmst, aus den Niederlagen die du erfährst und aus der Achtung und der Liebe zu dir selbst.

Es erfordert Mut, seiner eigenen Essenz Ausdruck zu verleihen. Und Mut ist niemals das Fehlen der Angst. Wer keine Angst hat, braucht keinen Mut. Mut heißt, sich der Angst zu stellen, sie zu besiegen und über sie zu triumphieren.

Vielleicht regt dich dieser Beitrag etwas zum Nachdenken an und du triffst den Entschluss, die Reise des Helden, wie sie Joseph Campbell nennt, anzutreten. Es ist ein sich lohnender Weg der Sinnhaftigkeit, auf dem du lernst dich auf deinen Kern zu besinnen. Dieser Weg vermittelt dir Beständigkeit, innere Ruhe und Kraft, um mit allen Widrigkeiten des Lebens fertig zu werden. Und der erste Schritt, ist anzuerkennen, was du im Kern deines Wesens bist, ein MANN.