16. Aug, 2016

Physiologie - Der machtvolle Schlüssel zur Beherrschung deiner innerer Zustände

Emotionen können uns stark machen oder auch krank. In diesem Beitrag geht es um die Beherrschung unserer inneren Zustände durch bewusste Einflussnahme auf unsere Physiologie.

Jeder von uns ist in der Lage, auf körperlicher Ebene, einen Menschen darzustellen der voller Entschlossenheit, Vitalität und Motivation ist. Der Kopf ist erhoben, die Atmung ist kräftig, der Blick  ist klar und fokussiert und der Körper drückt eine gesunde und kraftvolle Spannung aus.  Wir erkennen aber ebenso an der Körperhaltung eines Menschen ob er traurig, ängstlich, depressiv oder wütend ist.  Unser Körper drückt also sehr genau aus was wir fühlen, und darum können wir auch niemals nicht kommunizieren. Unser Körper spricht Bände für den der genau hinsieht. Was ich damit eigentlich sagen will, ist, dass Gefühlsreaktionen oder Emotionen immer eine physiologische Entsprechung haben. Sie sind untrennbar miteinander verknüpft. Den meisten ist das auch irgendwie klar, aber viele wissen nicht, dass der ganze Prozess auch umgekehrt laufen kann. Der Psychologe William James erkannte das schon vor über hundert Jahren. Er sagte:

„Wenn du Macht besitzen willst, dann verhalte dich so, als hättest du sie bereits.“

Damit meinte er nichts weiter, als die Vorwegnahme eines gewünschten, emotionalen Zustandes durch bewusste Einflussnahme auf die physiologischen Prozesse wie z.B. Atmung, Muskelspannung, Körperhaltung, Mimik und Gestik, sowie die Blickrichtung der Augen. Das bedeutet ganz explizit, dass diese eben genannten Dinge rückkoppelnd, dem Gehirn über das Nervensystem sagen, „Hey, er bewegt sich gerade, als wenn er glücklich ist, schütte bitte die dazu passenden Neuropeptide und Glückshormone aus, damit Körper und Geist das gleiche Spiel spielen!“

Mittlerweile bestätigt die Wissenschaft die Erkenntnisse von William James. Und dazu wurden sehr eindrucksvolle Experimente gemacht, die jeder sofort nachmachen kann und dessen Wirkungen am eigenen Leib erfährt. Stell dich vor den Spiegel und bewege deine Gesichtsmuskulatur so, als würdest du über das ganze Gesicht grinsen. Ziehe dabei nicht nur die Mundwinkel nach oben, sondern achte auch auf die Muskeln um deine Augen herum. So, das machst du jetzt mal 2 – 3 Minuten und dabei achtest du darauf wie sich deine Gemütslage verändert. Dieses Prozedere nennt man in Fachkreisen auch Facial- Feedback Hypothese, und die besagt, dass die Gesichtsmuskelbewegungen Einfluss auf das emotionale Erleben haben. Das ist schon ein sehr kraftvoller Prozess, aber nimmst du jetzt den restlichen Körper auch noch hinzu und passt ganz bewusst die Atmung, Körperhaltung und Muskelspannung an, dann wirst du einen gravierenden Unterschied spüren.

Alle Peak Performer, egal ob Top Manager, Spitzensportler, Schauspieler usw. wissen um die Bedeutung und den Einfluss der Physiologie auf ihre Leistungsfähigkeit und innere Zustände. Was bringt dir persönlich nun dieses Wissen? Das kommt wahrscheinlich darauf an, welchen Grad an persönlicher Weiterentwicklung du in deinem Leben anstrebst. Durch Übung können wir über die Physiologie ganz gezielt, innere Zustände konditionieren.

Was bringt dir dieses Wissen:

  • Erhöhung der Leistungsfähigkeit und Energie
  • Bessere Kontrolle innerer Zustände
  • Besseres Körperbewusstsein
  • Einfluss auf das eigene Denken
  • Bessere Kommunikationsfähigkeiten
  • Mehr Selbstwirksamkeit
  • Präsenteres Auftreten nach außen
  • Mehr Motivation und Erfolg

Die Physiologie ist der erste Schlüssel zur Beherrschung deiner emotionalen Zustände. Wenn du das nächste Mal schlecht drauf bist, beobachte dich selbst, wie du atmest, wie du dich bewegst, was für ein Gesicht du dabei machst ;-), wie deine Körperhaltung ist und wie viel Spannung in deiner Muskulatur ist. Bist du dir all dieser Dinge bewusst, dann fange an sie zu verändern, damit sie dem inneren Zustand entsprechen den du dir lieber wünscht.