1. Jun, 2016

High Performance im Sport

mentale Strategien der Spitzenathleten

Was macht den Unterschied aus zwischen den Top Performern im Sport und den Athleten, die nicht über einen bestimmten Punkt ihres Leistungsniveaus hinaus kommen?

Bricht man die Sache herunter auf den kleinsten Nenner der Gleichung und geht man auf den Grund der Spitzenleistung von Topathleten, erkennt man schnell, dass die Voraussetzung für außergewöhnliche Leistungen im Sport, in der Einstellung und der mentalen Fitness liegt. Niemand kann Außergewöhnliches vollbringen, weder im Training noch im Wettkampf, wenn er in seinem Geist und seinem Nervensystem nicht die Voraussetzung dafür schafft. Was treibt einen Champion an? Was ist dafür verantwortlich das er nicht aufgibt? Wer autorisiert ihn über den Vorstellungen anderer zu stehen, die meinen, dass irgendetwas unmöglich ist? In diesem Artikel legen wir die 4 grundlegenden Prinzipien von Spitzenleistungen offen.

Ziel

„Entscheide dich wer du sein willst und was du erreichen willst!“

Alles beginnt mit einer Vision. Das kann der Wunsch sein ein Turnier, einen Wettkampf, ein Spiel zu gewinnen, seinen Körper zu transformieren oder eine bestimmte Leistung im Training zu erbringen die bis jetzt nicht möglich war. Ein Champion macht aus einem Traum und einer Vision ein Ziel. Er legt fest, was er erreichen will und trifft die Entscheidung, alles Notwendige zu tun, um dieses Ziel zu erreichen. Der Unterschied zwischen Träumen und Zielen ist, das Träume etwas sind, das jeder haben kann ohne sich darum irgendwie zu bemühen. Ein Ziel zu haben bedeutet, die Richtung festzulegen und ein klares Bild in seinem Geist entstehen zu lassen, wie es am Ziel sein wird.

Ein Champion visualisiert und imaginiert wie er sich am Ziel fühlen wird. Er kann mit allen Sinnen wahrnehmen, was ihn dort erwartet. Durch dieses Vorwegnehmen im Geist, schafft er eine Verbindung zwischen dem Punkt wo er jetzt steht und seinem Ziel. Er programmiert sich auf Erfolg. Jeder große Sportler weiß um die Kraft einer klaren Vision und eines festgelegten Ziels. Ein Ziel zu haben bedeutet, eine Deadline festzulegen bis wann man dieses Ziel erreicht haben will. Ohne diese Deadline sind keine schnellen Resultate zu erreichen. Egal auf welchem Niveau du dich gerade befindest. Sollte dein Ziel sehr hoch gesteckt sein, dann breche es herunter auf kleine Teilziele und arbeite dich auf der Leiter des Erfolgs nach oben, Schritt für Schritt, Stufe für Stufe.

Ein echtes Ziel ist unwiderstehlich, fordert dich heraus und macht dich an. Es lässt deinen Puls höher schlagen wenn du daran denkst. Roger Bannister, der erste Mensch, der eine Meile unter 4 Minuten gelaufen ist, soll immer wieder visualisiert haben, wie er es schafft. Bis zu diesem Zeitpunkt hielt man es für unmöglich. In sportmedizinischen Kreisen war man der Meinung, dass der Mensch nicht die physischen Voraussetzungen hat, um dieses Ziel zu erreichen. Doch Bannister ließ sich von den Meinungen anderer nicht beirren und machte das bis dahin Unmögliche, möglich. Alle Meister des Sports arbeiten mental an ihren Zielen, denn auf dieser Ebene pflanzt du den Samen für Spitzenleistungen.

höhere Standards und Maßstäbe

Um große Leistungen im Sport zu vollbringen brauchst du neue, höhere Maßstäbe für dein Training und für dein Leben. Die großen Champions aus allen Bereichen des Sports haben sehr hohe Standards für das, was sie für sich als angemessen akzeptieren. Sie geben sich unter keinen Umständen mit weniger zufrieden als möglich ist. Das Wort „Unmöglich“ existiert in ihrem Wortschatz nicht.  Mohammed Ali sagte mal:

„Unmöglich ist ein Wort, mit dem Menschen um sich werfen, für die es leichter ist, die Welt so zu akzeptieren wie sie ist, statt das Risiko einzugehen, sie zu verändern. Unmöglich ist keine Tatsache, sondern eine Meinung. Unmöglich ist keine Feststellung, sondern eine Herausforderung. Unmöglich ist Potenzial. Unmöglich ist vergänglich.“

Wenn du Dinge erreichen willst, die du noch nie zuvor erreicht hast, musst du zu Jemandem werden, der du noch nie zuvor warst. Und das kannst du nur, wenn du für dich selbst höchste Maßstäbe festlegst. Trainierst du mit 100 kg Bankdrücken und schaffst maximal und mit äußerster Anstrengung 8 Wiederholungen, dann sollte dein neuer Maßstab 10 Wiederholungen sein. Arbeite dich an das heran, was dir bisher unmöglich erschien. Gebe dich nicht mehr mit 8 Wiederholungen zufrieden. Auf diese Weise machst du wirklich Fortschritte. Dieses Beispiel kann man natürlich auch auf alle anderen sportlichen Leistungen übertragen.

An deinen Maßstäben wirst du wachsen, wenn du sie hoch genug ansetzt. Stecke deine Grenzen immer wieder neu ab. Fordere dich selbst heraus, denn das bedeutet, ein Champion zu sein. Die Natur hat uns mit Fähigkeiten ausgestattet die oft über das hinausgehen was wir für möglich halten und die wir zur Entfaltung bringen können, wenn wir, ohne einen Rest an Kraft und Energie alles geben.

Commitment – Verlangen und Verpflichtung

Große Champions und Menschen die außergewöhnliche Leistungen vollbringen oder vollbracht haben in ihrem Leben, haben ein unbändiges Verlangen aufgebaut, ihre Ziele zu erreichen. Sie verpflichten sich vor sich selbst, alles Mögliche zu tun und über ihre Grenzen hinauszugehen, um ihre Vision zur Realität werden zu lassen. Sie machen den Weg vom Ausgangspunkt der Zielsetzung bis hin zum Ziel, zu ihrer Mission. Sie verschreiben sich ihrer Aufgabe und lassen sich nicht durch Hindernisse und schwierige Umstände aufhalten. Ihr Ziel ist für sie so groß und anziehend, das es hinter jedem auftretenden Problem hervorguckt und Dieses klein erscheinen lässt.

Das Verlangen und die innere Verpflichtung kommen von dem „Big Picture“ das sie in ihrem Geist festhalten - der Sieg über sich selbst, das Gewinnen der Meisterschaft, das Bezwingen der stärksten Gegner. Es lässt sie den Schmerz des Trainings ertragen, denn dieser ist vergänglich. Doch das Meistern einer großen Herausforderung und das Heranwachsen einer Persönlichkeit die zu unglaublichen Leistungen fähig ist, wird ihre persönliche Geschichte schreiben und überdauern.

Benjamin Disraeli fasste es in einem Satz zusammen:

„Nichts, aber auch gar nichts, kann den Willen eines Menschen trotzen, der sogar seine Existenz aufs Spiel setzt, um sein erklärtes Ziel zu erreichen.“

Focus

Focus bedeutet die Bündelung deiner physischen, emotionalen und mentalen Energie. Alles ist auf dein Ziel ausgerichtet. Ein starker Focus sorgt dafür, dass du deine gesamte Energie nutzbringend für dessen Erreichung einsetzen kannst. Der Grund warum Top Athleten sehr oft in Phasen des Scheiterns kommen, liegt daran, dass ihr Focus sich verschiebt. Sie konzentrieren sich auf die Dinge die nicht funktionieren, auf Schwächen, auf Niederlagen usw. Das führt dazu, dass sie nicht das Limit ihres Potenzials anzapfen können und sehr weit unter ihren Fähigkeiten agieren. Wenn du maximale Erfolge verzeichnen willst, brauchst du einen Clean Focus, der auf die Dinge ausgerichtet ist, die zum Sieg führen. Bei einem Clean Focus wird alles Negative bei Seite gelassen und der Athlet hat nur sein Ziel vor Augen. Er weiß wo er hin will und nimmt unter Umständen auch Umwege in Kauf. Aber seine Ausrichtung ist bei dem, was er erreichen möchte, ohne auch nur irgendwelche Zweifel in Betracht zu ziehen.

Deine Energie folgt also deinem Focus. Konzentrierst du dich auf die Dinge die nicht funktionieren, wirst du genau diesen Dingen Energie geben. Du verstärkst deine Schwächen wenn du dich ständig darauf konzentrierst. Aber du entfaltest auch mehr von deinem Potenzial, wenn du dich auf deine Stärken konzentrierst. Fokussiere dich darauf wer du sein willst, nicht darauf wer du momentan noch bist. Die Entscheidung, auf was du dich fokussieren willst, liegt bei dir. Diese Erkenntnis legt dir die Verantwortung für deine Ergebnisse in deine Hände.

Wenn es eine Lücke gibt, zwischen dem wo du jetzt stehst, und deinem Traum, dann setzt dir ein Ziel, hebe deine Maßstäbe an, verpflichte dich zu Spitzenleistung, baue Verlangen auf und fokussiere dich auf deine Aufgabe.

Jim Rohn, ein bekannter Motivationsredner, hat mal gesagt: „Wenn dir die Dinge nicht gefallen wie sie sind, dann ändere sie. Du bist kein Baum. Erzähl der Welt nicht was du kannst. Zeig es.“