18. Mai, 2016

Die Geheimnisse glücklicher Beziehungen

Eine Beziehung oder das Zusammensein zweier Menschen die sich füreinander entschieden haben, die nicht nur körperlich in Kontakt kommen, sondern ihr Beisammensein auf einer tieferen Ebene auch die Verbindung zweier Seelen ist, die sich berühren, kann zu einem Tanz der Sinne und zu einem lebenslangen Manifest des Glückes werden.

Doch was sind die Geheimnisse solch einer anhaltenden, glücklichen Beziehung?

Gebende Liebe. Die höchste Form zwischenmenschlicher Beziehung ist nicht an Erfüllungsbedingungen oder einem Tauschhandel glücklichmachender, emotionaler Zustände geknüpft. Beide Partner richten ihren Focus jeweils auf das Glück des anderen aus. Jeder versteht und schätzt die Bedürfnisse des anderen auf allen Ebenen. Diese seltene, aber dennoch schönste Form der Liebe zwischen zwei Menschen ermöglicht ein gemeinsames Wachsen und Weiterentwickeln in einer Beziehung. Gleichzeitig beinhaltet sie die besten Aussichten auf persönliches Glück und höchsten emotionalen Wohlstand.

"Eine Beziehung ist ein Ort, an den Du gehst, um etwas zu geben!"

 

Proaktivität. Nach Steven Covey ist Proaktivität die höchste Form menschlicher Effektivität. Der Unterschied zu einem reaktiven Verhalten, bei dem man immer nur auf die Umstände die einen widerfahren reagiert, ist in der Effektivitätsdifferenz zwischen reaktivem und proaktivem Verhalten zu finden. Und die liegt, laut Covey, bei 5000%. In einer Beziehung bedeutet das, immer wieder die Initiative zu ergreifen und nicht darauf zu vertrauen, das alles so bleibt wie es ist. Das Wort Liebe kommt von dem Verb "lieben", und ein Verb ist ein Tu - Wort, wie wir alle in der Schule gelernt haben. Das bedeutet also, das das Gefühl der Liebe eine Frucht des Tuns ist, nämlich zu lieben, zuzuhören, mitzufühlen, zu bestätigen und zu erkennen. Liebe ist ein Wert der sich durch liebende Handlungen verwirklicht. 

Präsenz. Absolut präsent zu sein im Augenblick der Zweisamkeit bedeutet, seinen Partner zu spüren, seine Energie und seine Emotionen wahrzunehmen. Präsent zu sein füreinander führt zur Kommunikation ohne Worte, zum Verstehen ohne Erklärung. Präsenz in einer Beziehung heißt, im Hier und Jetzt zu leben und den Partner nicht an vergangenen negativen Erfahrungen zu messen und festzumachen. Mach deinem Partner den Augenblick zum Geschenk, indem du absolut präsent für ihn bist. Das bedeutet, das du im Moment eurer Zweisamkeit alles andere aus deinem Kopf verbannst. Das erfordert Übung und wird wahrscheinlich nicht immer gleich auf Anhieb gelingen, aber die Mühe zahlt sich aus. Wer eine dauerhafte, intensive und außergewöhnliche Beziehung möchte, muss gewillt sein darin zu investieren und zu geben.  

Unabhängigkeit. Die Vorhersagbarkeit des Scheiterns einer Beziehung ist immer dann gegeben wenn ein Mensch sein Glück in seinem Partner sucht. Kein Mensch kann auf Dauer all den Anforderungen eines Anderen gerecht werden und zu dessen Glück beitragen. Wir verändern uns, die Lebensbedingungen ändern sich, alles ist einem stetigen Wandel unterworfen. Wares Glück kann man nur in sich selbst finden. Für eine dauerhaft glückliche Beziehung ist das von unschätzbarem Wert. Beide Partner bilden, jeder für sich, ein vollständiges Ganzes. Nur dadurch kann man sich gegenseitig Kraft schenken. In der Abhängigkeit kann der Partner schnell zum Energieräuber werden und anstatt gegenseitiger Anziehung empfindet man bald das Gegenteil. Unabhängigkeit in einer Beziehung bedeutet sein Selbst zu wahren, sich trotz der tiefen Verbundenheit zum Partner, als individuelles einzigartiges Individuum wahrzunehmen.

Die höchste Stufe zwischenmenschlicher Beziehung ist aber die Interdependence. Das bedeutet, das zwei vollständige Individuen durch ihr Zusammenkommen einen synergetischen Effekt bilden, in der etwas Größeres entstehen kann, das mehr ist, als der Zusammenschluss zweier Menschen. Durch Interdependence in einer Beziehung entstehen Synergien in denen sich beide Partner gegenseitig fördern und weiterentwickeln können. Beide können immer mehr daraus schöpfen, für sich selbst als Individuum und natürlich für die gemeinsame Beziehung. Dadurch ist eine lebenslange individuelle und gemeinsame Weiterentwicklung garantiert die kein Ende kennt und die eine unglaubliche Tiefe der Beziehung entstehen lässt. 

Intimität. Intimität geht weit über sexuelle Bedürfnisse und körperliche Berührung hinaus. Es bedeutet ein vollkommen gemeinsames Leben. Der Mensch sehnt sich nach Einheit und Nähe, doch der gleiche Mensch hat paradoxer Weise auch Angst Nähe und Intimität zuzulassen. Denn je näher man Jemandem kommt, desto größer ist die Gefahr verletzt zu werden und schmerzliche Erfahrungen zu machen. Viele Menschen sind der Auffassung das der Mensch, der ihnen am nähsten ist, auch derjenige ist, der ihnen den größten Schmerz bringen kann. Das trifft aber nur auf der Stufe der Abhängigkeit zu, bei der man sich durch den Partner definiert und sich selbst als unvollständig ansieht. Körperliche Berührung und Nähe sind dennoch sehr wichtig. Sie lassen das Gefühl der Geborgenheit und der Einheit entstehen. In alltäglichen Situationen eine Umarmung, Händchenhalten oder intimes Küssen, lassen immer wieder das Gefühl der Zusammengehörigkeit entstehen. Intimität bedeutet, sich dem Partner auf allen Ebenen hingeben zu können, sich fallen zu lassen, in dem Vertrauen und Wissen das man gut aufgehoben und vollkommen sicher ist. 

Lerne zu reparieren. In jeder Beziehung gibt es Unstimmigkeiten und Missverständnisse. Das ist die natürlichste Sache der Welt. Menschen die täglich miteinander interagieren, müssen sich zueinander immer wieder neu ausrichten. Oft ist unsere Art das Problem zu sehen, genau das Problem. Wir haben stets die Wahl wie wir Dinge bewerten, und wir selbst sind es, die den Situationen und Ereignissen ihre Bedeutung geben. Wenn wir uns dessen stets bewusst sind, werden wir nicht dazu verleitet, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Eine hilfreiche Eigenschaft die uns Menschen zuteil ist, ist die Fähigkeit Situationen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Wenn dir bei Problemen oder Herausforderungen in deiner Partnerschaft keine Lösung einfällt und ihr euch im Kreis dreht, dann versucht mal die Situation jeweils aus den Augen des Partners zu sehen und danach aus der Sicht eines Beobachters der Situation. Stell dir vor, du bist völlig unbeteiligt und siehst euch beide bei eurem Konflikt zu. Welche Lösung oder welchen Tipp hättest du für die Beiden? Dieser Perspektivwechsel hilft dir dabei, dich selbst aus der Situation herrauszunehmen. Emotionale Verstrickungen in einem Konflikt, blockieren oft unsere Kreativität und unser Einfühlungsvermögen. Erst nach diesem Wechsel der Perspektive sollte man Gespräche zur Lösung des Problems führen, da man dadurch mehr Wahlmöglichkeiten für sein Verhalten hat und die Kommunikation mit dem Partner leichter wird. Oft sind Streitgespräche nämlich von Vorwürfen geprägt, die jede Lösungsfindung zunichte machen. Versuche aus Vorwürfe Wünsche zu machen. Was möchtest du erreichen für dich und deinen Partner? Was wünscht du dir von ihm?

Energie. Deine persönliche Energie bestimmt die Qualität deines Lebens. Du kannst keine gute Beziehung führen, wenn es dir an Vitalität, Gesundheit und Energie mangelt. Wenn dein Energielevel weit unten ist, neigst du eher dazu in schlechte emotionale Zustände zu verfallen. Energie ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung, wenn du ein Leben nach deinen höchsten Maßstäben leben möchtest. Wir brauchen ein hohes Energielevel, um allen Anforderungen des Alltags gerecht werden zu können und um nach einem erfolgreichen kräftezeerenden Tag noch präsent für unseren Partner zusein. Gesunde Ernährung, viel Flüssigkeit (am besten Wasser), ausreichend Schlaf, Bewegung und Sport, richtiges Atmen, emotionale Ausgeglichenheit, ein fokussierter Geist, und ein Lebenssinn bzw. eine Lebensmission sorgen allgemein für ein hohes Energielevel und für eine höhere Lebensqualität. 

Sex. Das Thema Sex steht deshalb an letzter Stelle, weil wirklich guter Sex aller anderen Punkte mit einschliesst. Man sagt, das der erste Sex den ein Paar miteinander hat, wahrscheinlich der Schlechteste ist. Das liegt daran, das man die Bedürfnisse, Vorlieben und intimen Wünsche des Partners noch nicht kennt. Genau wie bei anderen Aspekten einer Beziehung sind hier tiefes Vertrauen, sowie Präsenz für den Partner grundlegende Vorraussetzungen, um sich vollkommen fallen lassen zu können. Der Kopf kommt einem hier allzuoft in die Quere, da er Erwartungen schürt, wie etwas in diesem Moment zu sein hat. Dadurch verliert man die Präsenz für den Augenblick und die Verbindung zum Partner. Durch die Synergie die in der Interdependence entsteht, können die Bedürfnisse beider Partner harmonisch miteinander tanzen und so intimste Momente der Leidenschaft, der Lust und der tiefen seelischen, emotionalen und körperlichen Verbindung entstehen.

Man sollte nicht vergessen, dass eine intakte Beziehung ein Prozess ist, der sich fortlaufend verändert. Lebenssituationen verändern sich und nehmen auch Einfluss auf eine Beziehung. Erfüllung in der Partnerschaft kann man nur finden, wenn man sich gegenseitig immer wieder neu entdeckt und sich täglich bewusst macht, aus welchem Grund man seinen Partner gewählt hat, was man an ihm besonders schätzt und warum man ihn liebt.